Der Weg im Jahr 2006 führte mich innerhalb von 4 Wochen zu folgenden Ortschaften: Berlin (1) - Warschau (2) -   Moskau (3) -  Nischnewartowsk am Ob (4) - Tobolsk am Zusammenfluss von Irtisch und Tobol (5) - Kasan in Tatarstan (6) - Saratow an der Wolga (7) - Kiew in der Ukraine (8) - Budapest in Ungarn (9) und Prag in Tschechien (10). Von Moskau nach Nischnewartowsk bin ich geflogen, der Rest wurde auf dem Landweg erledigt: von Clausthal nach Goslar und zurück mit einem Kraftomnibus, alles andere mit der Eisenbahn (DB, PKP, BZ (Lok), RZD, UZ, MÁV, ´SR (Lok), ČD (Lok) und Connex). Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Moskau über Warschau und Brest bin ich schon so oft gefahren, daß ich mir diesmal etwas anderes überlegt habe. Kleiner Nebeneffekt: einmal Transitvisum für Weissrußland gespart und nach 7 Jahren wieder in Kiew gewesen (und nach 20 Jahren wieder in Budapest).

Landkarte
Der Maßstab ist wegen der Verzerrung nur als grobes Hilfmittel zu gebrauchen.

Für genauere Daten gibt´s hier den Reiseplan (PDF). Von dem Plan wieder hierher zurück kommst Du mit dem Zurück-Button von Deinem Browser. So einen Plan arbeite ich im voraus aus und bisher hat auch immer alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe.

Hinweise zu den Bildern unten:
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Zweitens: die Bilder stammen alle von mir selbst. Sie tragen aus ästhetischen Gründen den
© -Vermerk auf der Rückseite:-). Meine Copyright-Bestimmungen gelten aber trotzdem.
Drittens: es sind 252 Bilder ... also genügend Getränke bereitstellen (wg. Dehydration ...
).


Die erste Etappe führte mich nach Berlin. Dort mache ich traditionell den ersten Zwischenstop mit Übernachtung.
In Warschau habe ich dieses Jahr das erste mal übernachtet. Warschau lohnt sich irgendwann noch einmal genauer anzuschauen.

 
Von Warschau ging´s in einem russischen Zug über Brest und Minsk nach Moskau. Einen polnischen Zug von Warschau nach Moskau gibt es (soviel ich weiß) nicht mehr. Gute aktuelle Bilder von Moskau gibt es z. B. hier .

   
Von Moskau ging´s auf dem Luftweg in das westsibirische Nischnewartowsk. Das ist eine recht wohlhabende Stadt  am Samotlor-Ölfeld, welches das sechstgrößte der Welt (gewesen) sein soll. Dort war es sehr warm. So, wie man es vom sibirischen Sommer erwartet. Zum Thema Stechmücken: ich habe in Nischnewartowsk nicht einmal eine gesehen (vielleicht mögen sie ja meine Blutgruppe nicht). Mehr Bilder von Nischnewartowsk gibt es z. B. hier: http://www.n-vartovsk.ru/city/?s=11.


Von Nischnewartowsk nach Tobolsk, der ältesten (russ.) Stadt in Sibirien, ging´s mit der Bahn über Nacht. Einen kleinen (externen) Film über Tobolsk gibt es hier. Das Wetter war dort nicht besonders schön. Es hat oft geregnet und es war lausig kalt dabei. In der Stadt wurden gerade die Hauptstraßen erneuert. Hinweis für Besucher: der Bahnhof liegt weit außerhalb der Stadt. Vor dem Bahnhofsgebäude den Bus Nr. 4 (von links kommend) in die Stadt nehmen. Das Bahntechnisch größte Erlebnis aus Tobolsk gibt´s hier als Filmchen (10 MB).
Übrigens: Dimitri Iwanowitsch Mendelejew, dem wir (neben Julius Lothar Meyer) das Periodensystem der Elemente verdanken, stammt aus Tobolsk. Wenn man vom Bahnhof wenige hundert Meter nach links geht, kommt man zu einer Plattenbau-Siedlung, die seinen Namen trägt.
... und wer´s mag: Radio Express Tobolsk


Auf dem Weg von Tobolsk nach Saratow hatte ich 05:25 Std. geplanten Aufenthalt in Kasan. Das ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan an der mittleren Wolga, die hier zum Samarer Stausee aufgestaut ist. Hier ist das Zentrum des Islam in der russ. Föderation. Der Kreml von Kasan steht auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Amtssprachen in Tatarstan ist russisch und tatarisch. Für die tatarische Sprache gibt es sowohl kyrillische als auch lateinische Buchstaben. Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde auch noch in arabischer Schrift geschrieben.
Übrigens: W. I. Lenin hat an Kasaner Universität Jura studiert. Er wurde aber wegen Anstiftung zum Streik rausgeschmissen.


Weiter ging es über Nacht nach Saratow. Dort war es richtig heiss und bis auf den Abreisetag auch trocken. Dafür gab es ganz viele Kwas-Stände in der ganzen Stadt. In Nischnewartowsk und Tobolsk gab´s die nicht. Eine WL80 mit einem schön gemischten Güterzug aus Saratow kannst Du hier als Filmchen sehen(5,8 MB).
Übrigens: Juri Alexejewitsch Gagarin hat in Saratow am Industrietechnikum studiert und dafür ein Diplom als Gießereitechniker bekommen.


Von Saratow nach Kiew bin ich ohne Umsteigen gefahren. Für die Ukraine brauchte ich kein Visum, die Dame und die Herren an der Grenze wollten aber ganz genau wissen wohin ich warum und wie lange will. In Kiew war die Fahrkarte für die Weiterfahrt nach Budapest in so einer Art Reisebüro für mich hinterlegt. Das hat wunderbar funktioniert (Dank an Sweta Puziryuwa).


Von Kiew nach Budapest ging es auch wieder ohne Umsteigen und über Nacht. Für Budapest hatte ich einen ganzen Tag Zeit eingeplant. Zuerst habe ich mir dort die Fahrkarte für die Weiterfahrt nach Prag (mit meinem Wunschzug) am Bahnhof erworben.
Hier eine Webcam von Budapest.


Von Budapest nach Prag fuhr ich auch ohne Umsteigen. Dadurch, daß es über 3 Ländergrenzen ging, wurden wir (ich hatte noch 2 junge Leute aus Alaska im Abteil) 3 mal aus dem Schlaf gerissen. In Prag ist mir aufgefallen, daß auf dem größten Bahnhof Tschechiens (Praha hlavní nádraží) so gar kein reger Betrieb war.


Mit 6 mal Umsteigen ging´s auf der letzten Etappe und nach 4 Wochen wieder nach Hause.
Fazit: jederzeit gerne wieder!

E n d e


Zuletzt bearbeitet am 8. August 2015 Startseite © Christian Becker